1. Herren

Vizemeister, Vizemeister! Hey hey!

In einer unterhaltsamen Kreisoberligapartie wurden Zuschauern wie Spielern viele tolle Tore präsentiert. Am Ende gewann Gettorf "nur" mit 39:32 Toren - bei konsequenter Chancenauswertung wäre hier sogar noch deutlich mehr drin gewesen...


Zum Abschluss der ohnehin als erfolgreich eingestuften Saison ging es im Altkreisderby nicht nur um Prestige und zwei Punkte: der Sieger durfte den inoffiziellen Titel der Vizemeisterschaft feiern. Dabei waren die Vorzeichen recht ungleich: der TSVA 3 überrollte in der Rückrunde so ziemlich alles, was die Liga hergab. Man schlug sogar als einziges Team den Meister aus Dänischenhagen. Beim GTV machte sich das personelle Potpourri oft auch in den Ergebnissen bemerkbar: neben 5 Torleuten, kamen weitere 20 Feldspieler zum Einsatz - rekordverdächtig. Doch die Rückrunde war gar nicht um so viel schlechter als man sich teilweise im Gettorfer Lager selbst einredete: es wurden einzig vier Spiele verloren, gegenüber deren zwei in der Hinrunde: 32:12 Punkte lautet das Endergebnis im Jahr eins nach dem Abstieg aus der Landesliga.

Am Sonntag wollte sich die Erste für die bittere 27:28 Niederlage aus dem Hinspiel revanchieren. Damals wurde nach 6-Tore-Halbzeitführung und indiskutabler Leistung in Halbzeit zwei der Sieg quasi weggeworfen. Um dieses Ereignis einmalig zu lassen, legte man los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Arne Reins mit einem blitzsauberen Hattrick zum 3:0 - unter anderem mit seinem persönlichen Saisonhighlight: Arne durfte ganz alleine einen Siebenmeter verwandeln.

Danilo Voß erhöhte auf 4:0, ehe Gelb-Schwarz mit einem verwandelten Siebenmeter von Ihrem stärksten Spieler Stefan Vehlow (10/3 Tore) erstmals ein Tor bejubeln durfte. Bis zur 14. Minute wogte das Spiel hin und her, Gettorf vermochte sich nicht entscheidend abzusetzen, was auch am pfeilschnellen Tobias Timm lag, der immer wieder zu sehr leichten Durchbrüchen kam. Doch im Gettorfer Angriff lief es weiter wie am Schnürchen. Erst recht nach dem 12:9 Anschlusstreffer der Gäste: 5 weitere Tore sollte der GTV erzielen, immer wieder aus der heute tollen zweiten Welle oder aus dem starken Gettorfer Rückraum. 17:9 leuchtete es nach erst 23 Minuten auf. Es ist wohl auf die schwindenden Kräfte zurück zu führen, dass man nun einen kleinen Hänger hatte, Altenholz verkürzte auf 20:14 bis zum Halbzeitpfiff. Ironischerweise der gleiche Abstand, den man damals im Hinspiel zur Pause hatte. Man war also ob der starken Comeback-Qualitäten der Schleswig-Holstein-Liga-Reserve gewarnt!

Und tatsächlich: mit einem 4:1 Lauf startete Altenholz in den zweiten Durchgang, beim 21:17 hatte man den GTV sogar in Unterzahl vor sich. Doch dann folgte mehrere schöne Einzelaktionen, und beim 25:19 war der alte Abstand wieder hergestellt. Nun die stärkste Phase des GTV: Was folgte waren Ballgewinne in der nun starken Gettorfer Deckung, und unzählige Gegenstöße. Hätte man nicht bereits hier versucht mit dem einen oder anderen Kabinettstückchen zu "glänzen", so wäre der Abstand noch deutlicher ausgefallen als beim 33:22 nach 51. Spielminuten.
Die höchste Führung hatten die Hausherren beim 35:23 kurz darauf inne, es drohte ein echtes Debakel für den TSVA. Christian Bergert mit sehenswerten Treffern und auch Youngster Niklas Krohn sammelte Erfahrung und Tore auf Halblinks.
Großer Jubel brannte noch einmal auf, als Per-Ole Lübker im ersten Heimspiel nach 5 Monaten Verletzungspause einen wunderschönen Treffer vom Kreis erzielen konnte. Das Debekal konnten die Gäste aber in der Schlussphase noch abwenden - in der Gettorfer Deckung wurde nun die Arbeit eingestellt - die Folge: neun weitere Treffer der Gelben.

Die Gettorfer feierten Ihren Sieg euphorisch mit "Vizemeister"-Chören, den Titel hatte man sich in einer abschließend betrachtet starken Leistung gesichert. Der Dänische Wohld besetzt in der Kreisoberliga Platz 1 bis 3, und ist in der nächsten Spielzeit auch endlich wieder in der Landesliga vertreten. (Meister & Aufsteiger MTV Dänischenhagen) Der Polizei SV Kiel ist bereits seit einigen Spieltagen abgestiegen, sehr wahrscheinlich folgt den Schutzmännern der TSV Flintbek, die knapp beim Meister unterlag. (27:28)
Mehr bald im großen Saisonrückblick.


Lange (1.-30. & 40.-50.), Blendermann (31.-40. & 51.-60.), Wiese 2, Henschel 7/3, Bergert 4/1, Reins 5/1, Herforth 4, Großmann 1, Carstensen 1, Voß 3, Lübker 2, Augspach 8, Krohn 2.


Geschrieben von: Steffen Augspach
Dienstag,
27. März 2012
 
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